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Der natürliche Lebensraum von Metriaclima

Metriaclima-Arten gehören allesamt zu den Mbunas, die im Malawisee die felsigen Uferregionen bewohnen, wo sie sich vom Aufwuchs auf den Felsen und Steinen ernähren und ihre Reviere in den zerklüfteten, teilweise steil abfallenden Bereichen besetzen.

Um im Aquarium diesen Lebensraum nachbilden zu können, lohnt sich immer ein Blick in das natürliche Biotop. Mit künstlichen Steinen und Rückwänden, wie etwa von Rockzolid, kann die Uferregion des Malawisees auch im Wohnzimmeraquarium absolut naturnah nachgebildet werden.

Vergesellschaftung von Metriaclima-Arten mit Labidochromis-Arten

Mbunas sind in der Regel revierbildende aggressive Cichliden, die in ausreichend großen Aquarien gehalten werden sollten. Das gilt insbesondere für die Metriaclima-Arten. Viele Metriaclimas sind nicht nur im Aussehen bullig und wirken sehr robust, sondern sind das auch tatsächlich. Deshalb ist es wichtig bei der Vergesellschaftung einige Grundregeln zu beachten.

Unterschiedliches Aussehen der Männchen

Die Männchen der Art, die mit den Metriaclimas vergesellschaftet werden sollen, sollten sich rein optisch deutlich unterschieden. Da spricht viel für eine Labidochromis-Art. Auch wenn es bei den Metriaclimas einige Arten gibt, die Gelbanteile enthalten, so gelb wie ein Yellow (Labidochroms caeruleus) sind diese nie. Auch die Körperform weicht deutlich von den Metriaclima-Arten ab.

Eine Vergesellschaftung mit Labidochromis-Arten verhindert also Aggressionen, da selbst die Männchen dieser Gattung nicht als Konkurren im eigenen Revier angesehen werden.

Anderes Fütterungsverhalten

Metriaclima-Arten weiden in der Regel den Aufwuchs auf Steinen ab. Mit ihren starken Kiefern kauen sie regelrecht alles ab, was auf den Steinen wächst. Im Gegensatz dazu haben Labidochromis-Arten ein recht graziles Maul. Sie kämmen den Aufwuchs auf den Steinen mit ihren Zähnen durch und filtern so Kleinstlebewesen aus den Aufwuchs heraus. Deshalb werden Labidochromis-Arten oftmals auch nicht als Nahrunskonkurrenzen von den Metriaclimas angesehen und deshalb auch im eigenen Review toleriert.

Keine Gefahr von Kreuzungen

Während es bei der Vergesellschaftung von mehreren Metriaclima-Arten zu Kreuzungen kommen kann, besteht diese Gefahr zwischen Metriaclima-Arten und Labidochromis-Arten nicht, bzw. nur in sehr wenigen Ausnahmefällen.

Fazit

Labidochroms-Arten sind sehr gut für eine Vergesellschaftung mit Metriaclima-Arten geeignet.

Verhalten von Metriaclima-Arten im Aquarium

Schon vor dem Kauf von Buntbarschen ist es empfehlenswert, das Verhalten zu studieren. Vor allem dann, wenn es sich um Metriaclima-Arten handelt, die auf Grund ihres Revierverhaltens und Aggression nicht ganz ohne weiteres mit anderen Arten vergesellschaftet werden können.

Sehr gut möglich ist das inzwischen auch an Hand von zahlreichen Videos auf Youtube, wo zahlreiche Videos mit Metriaclima-Arten zu sehen sind.

Wichtig für das Wohlbefinden von Metriaclima-Arten: Wasserwechsel

In allen Aquarien ist es notwendig, regelmäßig einen Teil des Wassers zu wechseln, um zu verhindern, dass sich Schadstoffe im Wasser anreichern. Besonders deshalb, da Pflanzen als Nitratverbraucher kaum in Becken mit Metriaclima-Cichliden anzutreffen sind.

Um das sehr saubere und keimarme Wasser im Biotop des Malawisees auch im Wohnzimmeraquarium zu haben, ist es ratsam, wöchentlich ca. 50% des Nettoinhalts auszuwechseln.

Bei der Wiederbefüllung des Aquariums sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur an die im Aquarium vorhandene Temperatur angeglichen wird. Auf Wasseraufbereitungsmittel kann in Deutschland in der Regel verzichtet werden. Ausnahmen gelten dann, wenn das Leitungswasser vom Wasserversorger gechlort werden muss oder auf Grund von älteren Wasserleitungen Kupfer oder Blei im Wasser gelöst sein kann.

Den Wasserwechsel kann man entweder mit Eimern durchführen oder man macht es sich leichter und verwendet einen langen Schlauch und läßt das Wasser mit Hilfe einer Pumpe automatisch aus dem Aquarium befördern.

Die richtige Fütterung von Metriaclima-Arten

Eines vorweg: Das perfekte und damit beste Futter für Metriaclima-Arten gibt es nicht. Die im Handel angebotenen Flockenfutter, die auf die Bedürfnisse von Mbunas abgestimmt sind, sind in der Regel eine gute Wahl als Basisfutter.

Richtig gut ernähren wir unsere Lieblinge aber, wenn wir sie abwechslungsreich und auf keinen Fall zu viel füttern.

Um Abwechslung in den Speisenplan zu bringen, kann auch frische Gurke oder Paprika gegeben werden. Einfach überbrühen und dann z.B. an einer Gabel ins Becken geben. Man darf auf keinen Fall vergessen, die Überreste des Gemüses schon nach 1 bis 2 Stunden wieder aus dem Becken zu nehmen.

Um eine Überfütterung zu vermeiden, sollte man nach Möglichkeit 2 bis 3 Mal am Tag kleine Mengen geben, die von den Fischen gierig innerhalb weniger Sekunden bis max. einer halben Minute vollständig verspeist werden können.

Es ist absolut sinnvoll mind. 1 Fastentag in der Woche einzulegen.

Da die Tiere auch dann noch gierig nach Futter betteln, wenn sie wirklich genügend zu fressen bekommen haben, ist es für den Aquarianer sehr wichtig, die Entwicklung seiner Metriaclima genau zu beobachten. Werden die Tiere zu dick, was schon der Fall ist, wenn sich die Bauchlinie nach außen orientiert und nicht mehr gerade oder nach innen gewölbt ist, empfielt es sich, weniger zu füttern.

Auf Grund des gierigen Fressverhaltens ist Granulatfutter oder Sticks weniger gut für Metriaclima-Arten geeignet, denn auch dieses Futter wird gierig gefressen und kann dann im Verdauungssystem der Fische noch quellen und die Fische schädigen.

Die richtigen Wasserwerte für ein Metriaclimaaquarium

Wenn du Metriaclima-Arten halten willst, solltest du es zunächst so handhaben wie mit allen anderen Zierfischen: Es ist ein Blick auf die Wasserwerte des natürlichen Biotops. also des Malawisees angeraten.

Zentral ist dabei der richtige PH-Wert. Im See liegt dieser zwischen 7,7 und 8,8. Im Aquarium sollte daher ein Wert angestrebt werden, der stabil um 8 liegt. Entscheidend ist dabei aber, dass der Wert dauerhaft stabil ist und keine großen Schwankungen, auch nicht bei den großvolumigen Wasserwechseln, auftreten.

Damit der PH-Wert ausreichend gepuffert wird, muss die KH (Karbonathärte) ausreichend hoch sein. Es empfielt sich ein Wert zwischen 5° und 12°, der mit einem Tropfentest ermittelt werden kann.

Wie die KH sollte auch die GH (Gesamthärte) nicht mit einem Teststäbchen, sondern mit einem Flüssigtest bestimmt werden. Hier sind die Cichliden aber sehr tolerant. Zwischen 3° und 20° können die Labidochromis in allen Bereichen gehalten werden.

Selbstverständlich muss wie bei allen Zierfischen darauf geachtet werden, dass kein Nitrit im Aquarienwasser nachgewiesen werden kann. Wenn in einem länger laufenden Aquarium plötzlich Nitrit nachweisbar ist, ist dies ein deutliches Zeichen für Probleme mit der Filterung oder einer modernden Faulstelle im Aquarium selbst.

Die passende Technik für ein Metriaclima-Aquarium

Metriaclima-Arten sind auch gut für Anfänger in der Malawiaquaristik geeignet, da der technische Aufwand, der betrieben werden muss, eher gering ist.

Im Wesentlichen reichen 3 technische Einrichtungen:

  1. Filterung:
    Ein leistungsstarker Außenfilter, der für die doppelte Aquariengröße ausgelegt sein sollte, wie sie der Hersteller empfielt. Die Empfehlungen orientieren sich offenbar in der Regel an bepflanzte Salmler-Becken oder ähnlichem. Ein Buntbarschaquarium zu filtern ist eine ganz andere Sache.
    Ein kleiner Innenfilter oder eine Strömungspumpe kann als Schnellfilter bzw. zur Oberflächenbewegung gute Dienste leisten und die biologische Filterung unterstützen.
  2. Heizung:
    Ein Heizstab oder eine im Außenfilter integrierte Lösung ist absolut ausreichen. Eine Bodenheizung ist dagegen nicht zu empfehlen, da sich eine solche nicht besonders mit Sand verträgt und von den Cichliden sicher freigebuddelt wird.
  3. Beleuchtung:
    Ihr kommt im Metriaclima-Aquarium die geringste Bedeutung zu. Die einzige Regel lautet: Nicht zu viel beleuchten. Generell mögen es Malawibuntbarsche eher dunkel, bzw. schattig. Wählt man eine moderne LED-Beleuchtung kann man diese wesentlich kleiner dimensionieren als für ein Pflanzenaquarium und man kann sogar recht gut schattige Ecken einplanen.
  4. Strömungspumpe:
    Metriaclima lebt im natürlichen Biotop in Ufernähe, in der es auch im Malawisee eine Brandung und auflaufende Wellen gibt. Der Einsatz einer Strömungspumpe kann also den natürlichen Lebensraum simulieren und fördert das Wohlbefinden der Buntbarsche. Deshalb ist sie in den letzten Jahren bei vielen Malawiaquarianern eine technische Ergänzung in ihren Aquarien geworden, obwohl sie keine Aufgaben im Rahmen der Filterung übernehmen kann.

Ein Aquarium für Metriaclima-Arten einrichten

Metriaclima-Arten sind typische Mbunas aus dem Malawisee. Sie verteidigen in der Regel Reviere gelten nicht zu unrecht als recht aggressiv. Deshalb sollten einige wesentliche Dinge beachtet werden, um ein Aquarium einzurichten, das die Ansprüche der Cichliden erfüllt.

Es wird gelegentlich als möglich angenommen, dass schon in einem ca. 100 Liter Volumen fassenden Aquarium, eine Metriaclima-Art im Artaquarium gehalten kann. Dem möchte ich deutlich widersprechen. 300 Liter sind das absolute Minimum für eine dauerhafte Haltung, bei einigen Arten sollten es deutlich mehr sein. Das kommt auch daher, dass es in kleineren Behältern fast unmöglich ist, die Einrichtung mit hohen Steinaufbauten passend zu gestalten.

Als Bogengrund dient eine Sandschicht von ca. 3 cm Höhe. Kies und andere scharfkantige Substrate sind ungeeignet.

Auf den Sand folgt ein Steinaufbau, der bis knapp unter die Wasseroberfläche reichen darf. Als Steine sind dabei solche geeigenet, die nicht scharfkantig sind und keine metallischen Einschlüsse haben. Dir Brocken sollten nicht zu klein sein, damit sich passend große Höhlen gestalten lassen und die Aufbauten nicht zu wackelig werden. Das in den 80ern sehr moderne weiße Lochgestein sollte eigentlich nicht mehr verwendet werden. Dabei geht es aber ausschließlich um die ökologische Frage, da der Abbau von Lochgestein in verschiedenen Regionen zu einem regelrechten Raubbau an diesem Gestein geführt hat. Das natürliche Biotop aus dem Malawisee kann mit Flusskieseln oder künstlichen Steinen sogar noch besser nachgebildet werden.

Als Rückwand kann man eine gängige Kunststoffrückwand verwenden, aber eine schlichte Rückwandfolie erfüllt ebenfalls ihren Zweck.

Pflanzen können eingesetzt werden, wobei auf robuste Arten gesetzt werden sollte, Holz hat dageben im Aquarium für Metriaclima nichts verloren.

Die Gattung Metriaclima

Die Arten der Gattung Metriaclima leben ausschließlich im ostafrikanischen Malawisee. Alle Arten der Gattung gehören zu den Mbunas, sind also im Felsbiotop lebende Buntbarsche. Als Nahrung für Metriaclima kommt fast ausschließlich solches Futter in Frage, das einen sehr hohen Pflanzenanteil aufweist, da der Verdauungsapparat der Tiere auf den Verzehr des Aufwuchses ausgelegt ist, den die Fische in ihrem natürlichen Biotop vorfinden.

Die Bezeichnung Metriaclima wurde erst 1997 (Stauffer, Bowers, Kellogg & McKaye) eingeführt, da hier die Auffassung bestand, dass die zuvor gebräuchliche Bezeichnung Maylandia nicht die nötigen zoologischen Kriterien erfüllt hätte. Inzwischen wird Metriaclima häufig als Synonym für die Gattungsbezeichnung Maylandia betrachtet.

Vor der Einordnung in Metriaclima, bzw. Maylandia waren zahlreiche Arten der Gattung als Pseudotropheus geführt worden.

In der Aquaristik sind folgende Arten der Gattung Metriaclima verbreitet:

– Metriaclima aurora -BURGESS, 1976-
– Metriaclima barlowi -McKAYE & STAUFFER, 1986-
– Metriaclima benetos -STAUFFER, BOWERS, KELLOG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima sp. „black dorsal“
– Metriaclima sp. „blue reef“
– Metriaclima sp. „boadzulu“
– Metriaclima callainos -STAUFFER & HERT, 1992-
– Metriaclima chrysomallos -STAUFFER, BOWERS, KELLOGG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima cyneusmarginatus -STAUFFER, BOWERS, KELLOGG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima sp. „dolphin“
– Metriaclima elegans -TREWAVAS, 1935-
– Metriaclima sp. „emmiltos“
– Metriaclima estherae -KONINGS, 1995-
– Metriaclima sp. „estherae blueface“
– Metriaclima fainzilberi -STAEK, 1976-
– Metriaclima flavifemina -KONINGS & STAUFFER, 2006-
– Metriaclima greshakei -MEYER & FOERSTER, 1984-
– Metriaclima hajomaylandi -MEYER & SCHARTL, 1984-
– Metriaclima lanisticola
– Metriaclima livingstonii -BOULENGER, 1899-
– Metriaclima lombardoi -BURGESS, 1977-
– Metriaclima mbenjii -STAUFFER, BOWERS, KELLOGG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima sp. „mbweca“
– Metriaclima melabranchion -STAUFFER, BOWERS, KELLOGG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima sp. „membe deep“
– Metriaclima sp. „msobo“
– Metriaclima sp. „patricki“
– Metriaclima phaeos STAUFFER, -BOWERS, KELLOGG & McKAYE, 1997-
– Metriaclima pulpican -TAWIL, 2002-
– Metriaclima sp. „pyrsonotos“
– Metriaclima sp. „red top“
– Metriaclima xanstomachus -STAUFFER & BOLTZ, 1989-
– Metriaclima zebra -BOULENGER, 1899-
– Metriaclima sp. „zebra chilumba“
– Metriaclima sp. „zebra gold“
– Metriaclima sp. „zebra mbamba“
– Metriaclima sp. „zebra slim“
– Metriaclima sp. „zebra yellow Tail“

Neben den beschrieben Arten gibt es zahlreiche Standortvarianten.